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Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
SCHULTERGELENKSARTHROSE
idiopathische und
sekundäre
Arthrose
des
Schultergelenks
Bei Verwendung des Begriffs "Schultergelenksarthrose" ist die Articulatio humeri gemeint und nicht die Art iculatio ac romioclavicularis (Schulterec kgelenk), diese Arthrose wird als AC-Gelenksarthrose oder auch Schultereckgelenksarthrose bezeichnet.
Die Schultergelenksarthrose (gilt auch für andere Arthrosen) ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenk veränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Die Schultergelenksarthrose ist eine eher seltenere Erkrankung, da das Schul tergelenk weitaus weniger belastet wird als die großen Gelenke im Bereich der unteren Körperhälfte (Hüftgelenke und Kniegelenk). Verletzungen und gelenkdestruierende (= gelenkzerstörende) Krankheiten kommen deshalb hier nicht oft vor.
Man unterscheidet auch bei der Arthrose des Schultergelenks zwei Formen:
Idiopathische (pri märe) Schultergelenksarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Gelen ks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung.
Sekundäre Schultergelenksarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. rheumatische Arthritis bzw. rheumatische Arthritis bzw. die rheumatoide Arthritis (= Gelenkentzündung) (Omarthritis), oder auch Verletzungen, so z.B. Fraktur (= Bruch) des Oberarm es.
Im Anfangsstadium dieser Gelenkserkrankung besteht nur ein Bewegungsschmerz, später gesellt sich dann auch ein Ruheschmerz hinzu, so daß dann ein Dauerschmerz besteht.
Bei fortgeschrittener Arthrose
des
Schultergelenks
mit Destruktion (= Zerstörung) des Gelen ks
kann chirurgischerseits ein künstliches Gelen k (Endoprothese) eingepflanzt
werden, aber nur wenn die sog. Rota torenmanschette
((= die aus den Oberarmdrehmuskeln
(Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor)
bestehende Muskel
manschette des Schul tergelen kes))
noch erhalten ist, wenn nicht, bleibt eigentlich nur die
Arthrodese (= operative Versteifung) übrig.
Schmerztherapie bei
Schultergelenksarthrose
(idiopathische und sekundäre):
Verbleiben trotz einer krankheitsspezifischen
Behandlung Schmerzen aufgrund einer Arthrose des
Schultergelenks, so eignen sich zur
Schmerzbehandlung folgende Maßnahmen,
wobei
Dauerschmerzen praktisch immer eine Kombination von verschiedenen
Therapieverfahren erfordern. Häufig sind die schmerztherapeutischen
Behandlungsmethoden bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich
nach dem
Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner
Ursache richten.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung
bei Schultergelenksarthrose:
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) könnenbei
einer
Arthrose des
Schultergelenks zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmerzen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
zur
Schmerztherapie
bei
Schultergelenksarthrose
(idiopathische und
sekundäre):
Bei anhaltenden
Schmerzen sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei
Arthrose des
Schultergelenks
ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential,
die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das
Schul tergelenk wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Das
Gelenk
kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was
manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
im
Schul
terbereich
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere
Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des Nervus suprascapularis in der Incisura
suprascapularis (= kleine Kerbe am
Oberrand des Schulterblattes) in
Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem
Schul
terbereich
fortgeleitet.
Bei einer hartnäckigen und heftigen
Schultergelenkschmerzen aufgrund einer
Arthrose hat sich die sog.
kontinuierliche, retrograd hohe
Betäubung des
Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht) mit Katheter
sehr bewährt.
Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe
der Achselhöhle in die Ner venscheide
des
Arm
nervengeflechts eingepflanzt und
innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt
durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach
wird der Oberar m mit einer Manschette abgestaut, so daß die
Betäubungsmittellösung innerhalb der Ner venscheide nach oben getrieben wird und
so auch im Schulterbereich schmerzlindernd wirken kann.
Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser
Schmerzbehandlung so dosiert, dass die grobe Kraft
erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehand lung auch die sog. vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen, aber auch degenerativen (= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegenwirkt, also auch bei einer Arth rose.
Zur Behandlung einer Schultergelenksarthrose kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen Mus keln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Pl exus brach ialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Physikalische
Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Schultergelenksarthrose eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen k
aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.Auch
eine sog.
Hochtontherapie
kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich.
Manche Patienten mit einer Schultergelenksarthrose empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Schmerzen bei Schultergelenksarthrose lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer Schultergelenksarthrose
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist bei Schultergelenksarthrose aber die
heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen
zu fördern bzw. zu erhalten.
Auch die
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie) soll anhaltend schmerzlindernd wirken.
Andere Maßnahmen zur
Schmerzbehandlung bei Schultergelenksarthrose
(pimäre und sekundäre):
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur
(Schmerzakupunktur) zur Behandlung einer Schultergelenksarthrose nicht unerwähnt
bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der
psychologischen
Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei chronischen Schmerzen ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Arthrose
in anderen Gelen ken:
Gonarthrose
Sprunggelenksarthrose
Handgelenksarthrose
Spondylarthrose
Coxarthrose
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Aktualisiert:>22.05.2008</>
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